#echtefreunde
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Haben Sie mal 'nen Bohrer?

Schonmal beim Nachbarn nach Werkzeug gefragt? Wer da Hemmungen hat, dem hilft vielleicht eine neue App. Lara hat mit einem der Gründer gesprochen.

Für junge Mütter und Neulinge

Berlin ist riesig – rund 3,5 Millionen Menschen leben in Deutschlands Hauptstadt miteinander … oder viel mehr nebeneinander. Echte Menschen stehen nicht immer für echte Kontakte. Denn wo viel los ist, entsteht schnell Anonymität. Wer wohnt im Haus gegenüber? Und wann war die Nachbarin mit den beiden Hunden eigentlich zuletzt vor der Tür? Klar: Ihr könntet klopfen und es herausfinden, aber …

Facebook verknüpft uns weltweit mit Freunden, auf Twitter können wir uns gezielt über ein Thema austauschen und bei Instagram teilen wir unsere Fotos. Aber was ist mit den Menschen direkt vor der Haustür? "Wir glauben, dass ein Ort – beispielsweise ein Park oder ein Wohngebäude – bereits genug Themen bietet, über die man sich austauschen kann", erklärt Jan Tillmann, Mitbegründer der App Roundhere. Egal ob eine junge Mutter Tipps für einen guten Spielplatz in der Nähe braucht, ich mir im eigenen Haus einen Bohrer borgen will oder als frisch Zugezogener Anschluss finden will. Online rantasten, offline treffen also. Wer sich bei Roundhere anmeldet, kann sich gezielt mit anderen App-Nutzern aus seiner Umgebung austauschen.

Roundhere ist keine Datingapp

Eine Dating-App sei Roundhere jedoch nicht. In diesem Metier sind die Freunde und Geschäftspartner nämlich 2013 gescheitert. "Wir haben daraus gelernt, dass Deutschland ein schwieriger Markt für neue soziale Plattformen ist", sagt Tillmann und nennt vor allem Zweifel bezüglich des Datenschutzes und eine generelle Skepsis gegenüber Neuem als Gründe. Doch auch kulturelle Einflüsse und das Verhalten des eigenen Freundeskreises bestimmen darüber, ob eine App sich durchsetzt. Dabei suchen viele Menschen, gerade in großen Städten, nach Insidertipps, Laufpartnern oder der letzten fehlenden Kochzutat. "Die App soll den direkten Kontakt in der eigenen Nachbarschaft aber nicht ersetzen – man trifft sich natürlich weiterhin auch offline", sagt Tillmann. Wer im echten Leben schüchtern ist, kann diese Schüchternheit allerdings austricksen.

Große Pläne für 2016

Kennengelernt haben sich Tillmann und seine Mitgründer übrigens ganz klassisch: sie waren Arbeitskollegen. Heute sind die drei jungen Männer Freunde, das Scheitern ihres ersten Projekts hat sie einander noch näher gebracht. Mit dem neuen Baby steuern sie für das laufende Jahr ein gemeinsames Ziele an: wachsen. "Man braucht in jeder Stadt eine kritische Masse von circa 5.000 Leuten, damit sich die App trägt", antwortet Tillmann auf die Frage, warum beispielsweise in Bremen der Bildschirm bisher leer bleibe.

Seit Oktober 2014 testete das Team seine Idee in Berlin, Barcelona und Groningen. Aktuell nutzen etwa 20.000 Menschen die App.

Bis Ende 2016 soll Roundhere also Deutschland Stadt für Stadt erobern, sodass bald auch in kleinen Städten der lokale Austausch beginnen kann. Legt schonmal den Bohrer raus!

#echtefreunde - Was bedeutet Freundschaft für dich? Reich dein Foto oder deinen Link ein und gewinne einen professionellen Kickertisch für die Punktejagd in deinem Partykeller, Jugendzentrum oder Sportclub.

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