#fakeit
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Reingefallen: Fake-Profile

Ist das echt? Betreiber von Fake-Profilen angeln nach Handynummern und barem Geld. Ein paar einfache Dinge könnt ihr beachten.

Zig Millionen Fake-Accounts

Laut Facebook sind ungefähr fünf bis elf Prozent der Profile in dem Netzwerk Fakes – das heißt 67 bis 137 Millionen! Dabei unterscheidet das Unternehmen drei Arten: Profile, die ein zweites Mal angelegt worden sind, meistens weil die Leute sich aus irgendwelchen Gründen nicht mehr einloggen können oder wollen. Dann gibt es Profile, die für eine Organisation oder eine Firma gegründet wurden, aber eigentlich als Seiten oder Gruppen viel besser genutzt werden können.

Das richtige "Fake-Profil"

Aber um diese beiden Arten von Fake-Profilen will ich mich gar nicht kümmern, sondern um die dritte: Ab jetzt bezeichne ich die Profile als "Fake", hinter denen eine völlig andere Person steckt, als man erstmal meint.

Genau diese Profile machen nämlich Probleme, denn sie werden entweder dafür verwendet, sich über andere Leute lustig zu machen, sie zu trollen, zu beleidigen und in manchen Fällen sogar gezielt zu mobben. Oder aber, um an deren Daten zu gelangen.

So läuft ein Betrug ab

Bei einem typischen Betrug mit einem Fake-Profil sucht sich der Betrüger jemanden, der seine Freundesliste öffentlich zugänglich gemacht hat, und ahmt eine der Personen aus dieser Liste nach. Dann schreibt er das potenzielle Opfer als falscher Freund an und bittet zum Beispiel um dessen Handynummer.

Rückt der Angeschriebene die Nummer raus, erhält er bald per SMS einen Bezahl-Code von einem Online-Zahlservice wie "Zong", der zu Paypal gehört. Wenn dieser Code nun bei Facebook an den Betrüger geschickt wird, kann sich dieser über die Mobilfunkrechnung vom Betrugs-Opfer Geld überweisen lassen.

Natürlich funktioniert diese Masche auch, wenn der Betrüger keinen Freund imitiert, sondern es auf anderem Wege schafft, das Opfer zum Rausrücken der Handynummer und zum Senden des Codes zu veranlassen. Die Tarnung als Freund soll den Betrug lediglich vereinfachen. Aber auch dann handelt es sich um ein Fake-Profil, denn der Betrüger wird kaum als er selbst auftreten.

Fake-Profile erkennen

Aber egal ob Freundschaftsmasche oder nicht, wenn du auf die folgenden zehn Punkte achtest, kannst du hinterhältige Fakes leichter entlarven:

  1. Freundschaftsanfragen

Bevor als Freunde getarnte Betrüger Leuten bei Facebook Nachrichten schreiben, schicken sie ihnen oft zunächst Freundschaftsanfragen. Du solltest also zu recht stutzig werden, wenn du eine Anfrage von einer Person bekommst, die du eigentlich schon in deiner Freundesliste hast. Es kann zwar sein, dass sich diese Person einfach einen neuen Account erstellt hat. Doch darauf solltest du nicht vertrauen. Bevor du so eine seltsame Anfrage akzeptierst, schreib an den "alten" Account von deinem Freund und frag, warum es nun einen zweiten Account gibt. Wenn dein Freund nicht weiß, wovon du sprichst, ist der neue Account ein Fake. Bei Freundschaftsanfragen von Fremden solltest du generell skeptisch sein und auf die folgenden Punkte beachten.

  1. Fotos

Fake-Profile sollen einen guten Eindruck machen, deshalb werden ganz oft Bilder von Models, Bodybuildern oder anderen gutaussehenden Leuten verwendet. Auch wenn das Foto einfach ungewöhnlich professionell aussieht, kann das auf ein Fake-Profil hindeuten. Und da solche Fotos meistens weder selbst geschossen wurden, noch vom Himmel fallen, kannst du deinem Verdacht ganz einfach mit der Rückwärtsbildsuche von Google nachgehen: Dabei gibst du praktisch das Foto als Suchbegriff ein und die Maschine spuckt dir alle Seiten aus, auf denen sich dieses Bild findet.

(Hier gibt's ein Video-Tutorial: https://www.youtube.com/watch?v=X1668SgttzU)

  1. Likes

Nicht nur werden Profil- und Titelbilder von Fake-Profilen eigentlich nie geändert, es finden sich auch kaum Likes und Kommentare darunter.

  1. Private Infos

Wenn du dir ein solches Fake-Profil mal genau anschaust, wirst du schnell feststellen, dass du fast keine privaten Infos findest – also keine Gefällt-mir-Angaben oder Infos zu Schule, Arbeit oder Familienmitgliedern. Das ist so, weil die Ersteller selten Zeit und Lust haben, sich um diese Details zu kümmern.

  1. Aktivitäten

Auffällig ist auch, dass auf Fake-Profilen nur ganz selten Aktivitäten zu finden sind. Oft sind tatsächlich nur die Titel- und Profilbilder vorhanden und sonst nichts.

  1. Freundesliste

Obwohl viele Fake-Profile eine sehr ausführliche Freundesliste haben, werdet ihr nur in den seltensten Fällen gemeinsame Freunde haben. Außerdem sind viele der Personen in der Freundesliste des Fake-Profils international. Das liegt ganz einfach daran, dass sich Leute mit Fake-Profilen untereinander Freundschaftsanfragen schicken, um glaubwürdiger zu wirken. Viele Betreiber eines Fake-Profils haben auch noch andere Accounts, die auf bestimmte Gegenden abgestimmt sind. Ein mögliches Opfer aus Spanien wird zum Beispiel bei einem spanischen Profil weniger Verdacht hegen als bei einem koreanischen.

  1. Alter des Profils

Fake-Profile sind üblicherweise nicht älter als ein Jahr. Schau einfach, wann sich die Person bei Facebook angemeldet hat. Dazu brauchst du nur in der Chronik schauen, von wann die ältesten Beiträge sind.

  1. Schlechte Sprache

Die Leute, die hinter Fake-Profilen stecken, sind oft nicht aus Deutschland und lassen ihre Texte einfach durch Online-Übersetzer laufen – entsprechend schlecht sind oft auch Grammatik und Rechtschreibung.

  1. Wohnort

Als Herkunfts- oder Wohnort werden auf Fake-Profilen ganz oft sehr große Städte angegeben, da sich  „Kommt aus New York“ erstens besser anhört als „Kommt aus Bottrop“. Zweitens ist die Tarnung dadurch sicherer. Denn stell dir vor, du bekommst eine Freundschaftsanfrage von einer Person, die angeblich in deiner Nachbarschaft wohnt. Du hast sie aber noch nie vorher gesehen. Würde dich das nicht ein wenig misstrauisch machen?

  1. Standardtexte

Solltest du die Anfrage eines Fake-Profils annehmen, wirst du wahrscheinlich relativ bald mit irgendeinem kurzen Text angeschrieben, der immer wieder an Leute geschickt wird. Darum ist es auch ein Standardtext und das merkt man auch. Falls sich hingegen ein Chat ergibt, achte darauf, ob die Person wirklich etwas über dich weiß.

Diese Tricks zum Erkennen von Fakes funktionieren am besten auf Facebook, aber du kannst sie natürlich auch für Twitter, Instagram und Co. verwenden.

Zum Schluss will ich noch mal betonen, dass es Fake-Profile gibt, die man auch mit all diesen Tricks nicht erkennt. Die werden dann aber meistens von Leuten betreut, die sich einfach nur einen Scherz erlauben wollen.

#fakeit - Was ist bei dir Fake? Reich dein Foto oder deinen Link ein und gewinne eine riesige Badeinsel. Mit insgesamt sechs Personen könnt ihr euch auf dem Baggersee vorstellen, ihr würdet auf den Antillen chillen.

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